Ein Ortszentrum der Initiativen und Institutionen

 

 

Die vor ort ideenwerkstatt® erarbeitete mit den Bürger_innen Mauerbachs drei Tage an einem Zukunftsszenario für den Ort. Viele Ideen, Zeichnungen und persönliche Bedürfnisse, die im Vorfeld in unsere Ideengläser, Online-Ideenforum und -spiel eingeworfen wurden, trugen zu einer Dichte an Ideen und Lösungsansätzen bei. 

Die Ergebnisse für den Ort Mauerbach kristallisierten sich in zwei übergeordnete Bereiche der Nutzung in Bezug auf die Gebäude als auch auf den Freiraum heraus:


1 Institutionen und Freiräume

2 Hof der Initiativen

1 Institutionen und Freiräume


Hier sind bereits Kindergarten, Zugang zur Volksschule, Musikschule, Schlossparkhalle. Das neue Gemeindeamt mit Heimatmuseum und Musikproberaum wird hier entstehen und Kundenverkehr generieren; weiters sind Feuerwehr und Bauhof hier angesiedelt. Bestehende Freiraumnutzungen sind der Kindergartenspielplatz und der Funcourt; der Grünschnittsammelplatz wird ausgelagert, hier entsteht weiteres Freiflächenpotenzial.

 

Durch die vielen unterschiedlichen Nutzungen ist dieser Bereich bereits jetzt eine Begegnungszone, die täglich zu bestimmten Zeiten den Platz verdichten und beleben. 

Durch die neuen Nutzungen wird dies noch verstärkt. Was fehlt, ist allerdings die Möglichkeit, auf dem Platz auch zu verweilen, sich wo hin zu setzen und einen Café zu trinken. Auch fehlen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche - der Kindergartenspielplatz ist nicht öffentlich zugänglich; der Funcourt deckt zwar einen gewissen Teil des Bedarfsspektrums ab, jedoch bei weitem nicht alles.

Der Platz der Institutionen und Freiräume wird als Begegnungszone verstärkt und geschärft:

- Vorgesehen ist, den Vorplatz vor dem neuen Gemeindeamt einladend und zur Straße hin offener zu gestalten.

- Es sollen Möglichkeiten für die auf ihre Kinder wartenden Eltern oder Gemeindeamtsbesucher_innen zum Setzen, ohne Konsumzwang, geschaffen werden. 

- Im Erdgeschoß des Kutscherstalls sind das Bürgerservice, Heimatmuseum und der Musikproberaum mit offener Grundrisslösung angedacht.

- Ein Café könnte von einem im Ort gebildeten Verein geführt werden. 

usw.

2 Hof der Initiativen


Im Gegensatz zum Platz der Institutionen bildet dieser Freiraum eine Art geschlossene Hofsituation. Er ist eingefasst durch die beiden Postgaragengebäude, die Bauhofgarage und die Feuermauer eines Privathauses. 

Durch die neuen Nutzungen in der Postgarage 1 und 2 kann der Hof bespielt werden und bekommt so einen nutzungsspezifische Charakteristik. Im Ideenfindungsprozess haben sich folgende Bedürfnisse an die Nutzungen gefunden: Jugendraum, offenere Veranstaltungsraum (ca.50 Personen), Ordination, Apotheke, ev. Ärztezentrum, Räume für Vereine, Lagerräume, Co-Working-Spaces sowie Werkstätten.

Diese Funktionen generieren weniger Frequenz und haben eine halböffentliche, halbprivate Charakteristik, wobei der Freiraum öffentlich bleibt. Der Hof der Initiativen steht daher dem offenen Hof der Institutionen gegenüber. Er wird zu einem intimen, gemütlichen Raum und kann verschiedene Funktionen von Veranstaltungen bis Outdoor-Besprechungsraum für die Co-Working-Spaces dienen. 

Die leerstehende Postgarage 1 ist ein aktuelles Flächenpotenzial. Die Postgarage 2 wird zum Teil von der Postbus AG als Personalraum und als Altstoffsammel- und Lagerraum genützt. Auch hier steht ein Teil leer. 

Für die Wertstoffsammelstelle, die bis jetzt den Hof dominiert, soll ein anderer Standort gefunden werden, um Fläche für das an Potenzialen reiche Zentrum zu öffnen. 

Erdgeschoß
Obergeschoß

Umsetzungsphasen


Das Szenario ist in mehrere Umsetzungsphasen geteilt. Es geht davon aus, dass ein Alternativstandort für die Wertstoffsammelstelle nicht kurzfristig verfügbar sein wird und beschreibt daher eine Entwicklung, die mit dem aktuellen Potenzial beginnt und schrittweise, je nach Freiwerden von Flächen, sukzessive erweitert werden kann.

  

 

Zonen und Funktionen des Freiraums


Durch die baulich-räumlichen Gegebenheiten im Zentrum Mauerbachs lässt sich eine primäre Zuordnung in den „Hof der Institutionen“ und den „Hof der Initiativen“ mit den jeweils angehängten Freiräumen treffen.

Überlegungen zur Gestaltung und Nutzung dieser Freiräume bedingen jedoch eine differenzierte Betrachtung, die gesamt fünf Freiraumzonen ergibt.


1 Der große Freiraum zwischen Feuerwehr / Bauhof,
   neuem Gemeindeamt und Kindergarten / Schloss-
   parkhalle

2 Der an diesen angeschlossene, jedoch durch die
   Öffnung zum Bach / Wald eigene Bereich des
   jetzigen Funcourts und Grünschnittplatzes

3 Der Hof der jetzigen Altstoff/Wertstoffsammelstelle

4 Die Fläche hinter der Postgarage 2, wieder offen
   zum Bach und Wald

5 Der Busumkehrplatz

Die verschiedenen Freiraumzonen können unterschiedliche Charaktere und Atmosphären haben, die sich in mehrere Parameter unterscheiden. Diese sind zum Beispiel: Geschwindigkeit (fahren, gehen, sitzen, liegen), Frequenz (morgens, tagsüber, abends), Nutzergruppen (Jugend, Erwachsene, Kinder, Alte), usw. 

Teilweise besitzen die bestehenden Freiräume bereits sehr differenzierte Charaktere, wie eine Hofsituation oder Öffnung zum Bach/ Wald. Ziel der weiteren Planung und Umsetzung soll es sein, diese weiter auszudifferenzieren und durch die unterschiedlichen Atmosphären eine spannende Abfolge der Räume im Zentrum zu schaffen, die letztendlich wesentlich zur Aufenthaltsqualität beiträgt. 



 

 

Mit dem Funcourt bleibt im hinteren Bereich der großen, offenen Freiraumzone (2) der Schwerpunkt Sport erhalten. Die Möglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen werden erweitert indem man die gefühlten Barrieren der Topographie des Platzes zu einem durchgängigen Platzraum macht. So könnten die Höhendifferenzen im hinteren Bereich für Skateboardrampen genutzt werden, die Fläche selbst zum "Sport- und Spielgerät" werden. 

Im vorderen Bereich liegt die konzentrierte Begegnungsfläche, an der sich die Wege der unterschiedlichen Nutzer_innen kreuzen und dort auch verweilen können. Punktuell kann diese Zone für Märkte, Veranstaltungen, Versammlungen, usw. genutzt werden. Kleine "Inseln" von verschiedenartigen Platzmöblierungen  strukturieren den Freiraum. Wie bereits oben genannt, steht dieser Raum dem geschützten Hof der Initiativen als eine mögliche auslagernde Fläche für die dort untergebrachten Nutzungen gegenüber.


Die Langzeitparkplätze werden an die beiden "Enden" des Zentrumsbereiches verlegt, sowie Flächen für Kurzparker definiert. So kann der gesamte Bereich des neuen Zentrums autofrei sein und zum Beispiel im Falle einer Veranstaltung außertourlich verwendet werden. 

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